Playoff-Kampf: Kirchdorf hat noch viel vor

Vier Heimspiele haben die Kirchdorf Wildcats in der GFL Süd in dieser Saison noch vor sich, Anlass zu einigem Optimismus in Niederbayern.

Im einzigen GFL-Spiel des kommenden Wochenendes empfangen die Kirchdorfer am 20. Juli die Marburg Mercenaries. Würde man die Gäste aus Hessen schlagen, gäbe es noch Aussicht auf das Erreichen der Play-Offs, heißt es selbstbewusst aus Kirchdorf.

Der Heimvorteil ist gerade für die Wildcats ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Auch für die Marburger ist die Fahrt nach Kirchdorf die längste der Saison, was an einem Sommerwochenende einige ungemütliche Stunden im Bus bedeutet und in den Ferien auf der Autobahn München-Salzburg womöglich auch die letzte davon im Stau.

Neuer Quarterback für die Wildcats

Sportlich setzen die Kirchdorfer darauf, einen eventuell zu Beginn noch nicht hellwachen Gegner schnell überrumpeln zu können. Im Hinspiel habe beim 49:55 auf gegnerischem Platz der Kirchdorfer Angriff schließlich auch Lücken in der Marburger Passverteidigung gefunden. Allerdings sind einerseits seither die Marburger spürbar stärker und konstanter geworden, andererseits ist das Spiel gegen die Mercenaries das erste der Kirchdorfer mit ihrem neuen Quarterback Rex Dausin, der als Ersatz für Ian Kolste engagiert wurde. Ebenfalls wieder neu im Team: Receiver Madison Mangum, der einst in der zweiten Liga im Aufstiegsjahr für die Wildcats brilliert hatte und nun den verletzten Robert Ruiz ersetzen muss.

„Wir sind schon alle gespannt auf den neuen Quarterback und hoffen natürlich auf einen guten Einstand“, freut sich Wildcats-Präsident Hans-Peter Klein auf die Partie. Möglicherweise entscheidender könnte dabei aber werden, wie sich die Kirchdorfer Defense gegen den Marburger Passangriff mit Jakeb Sullivan als Quarterback behauptet. Mehr als 311 Yards pro Spiel holten die Mercenaries bislang – und das ist sogar mehr, als die Schwäbisch Hall Unicorns als unangefochtener Tabellenführer bislang durch die Luft erzielten. Sicherlich, die Unicorns mussten angesichts ihrer Überlegenheit auch seltener zu Pässen greifen, aber die Schwere der Aufgabe ist den Wildcats natürlich bewusst. Ihre Defensive Line hat mit Shannon Smith, Kilian Weber und Christoph Asenkerschbaumer gleich drei Akteure in den Top Ten der Quarterback-Sack-Statistiken der Liga. Aber wenn der Pass Rush ins Leere läuft, dann herrscht im Backfield oft doch „Alarmstufe Rot“.

Enges Titelrennen in der GFL 2 Süd

Bei allem Optimismus in Kirchdorf hat man dort selbstverständlich nicht vergessen, dass der Klassenerhalt auch noch nicht endgültig gesichert ist. Ein Seitenblick auf die zeitgleichen Top-Spiele in der GFL 2 Süd dürfte also nicht verkehrt sein. Die beiden Co-Tabellenführer Saarland Hurricanes und Biberach Beavers (je 10:2 Punkte) haben dabei die Chance, zwei weitere Rivalen wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen zu werfen.

Die Saarländer gastieren bei den Wiesbaden Phantoms, die ihnen im Hinspiel die bislang einzige Saisonniederlage beibringen konnten. Der große Aufstiegsfavorit dürfte also mit einiger Wut im Bauch in Hessens Landeshauptstadt antreten. Aufsteiger Biberach Beavers dagegen kann die Aufgabe gegen die Straubing Spiders gelassen angehen. Das eigentliche Ziel des Klassenerhalts ist mit den fünf Saisonsiegen erreicht, nun kann die Mannschaft ohne Druck aufspielen. Und wer weiß, die Kür wäre ja, die beiden abschließenden Spiele der Saison in eineinhalb Monaten gegen die Saarländer tatsächlich noch mit Chancen auf den Gruppensieg bestreiten zu dürfen …

 

Das einzige GFL Spiel an diesem Wochenende gibt es wie gewohnt im Livestream auf GFL-Live!

 

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