Stuttgart sinnt auf die Sensation

Das letzte Mai-Wochenende bringt für die GFL ein volles Programm: Alle 16 Teams sind auf dem Feld aktiv, und von den sechs 2019 noch ungeschlagenen Mannschaften wird zumindest eine erstmals Federn lassen müssen. Denn das Spitzenspiel werden Meister Schwäbisch Hall Unicorns und die Stuttgart Scorpions bestreiten. In ihr 50. Württemberg-Derby gehen beide Teams noch ungeschlagen, die Scorpions müssen sich dabei erstmals in diesem Jahr auswärts beweisen. Die Unicorns haben übrigens bereits gegen alle der drei Auftaktgegner der Scorpions ebenfalls gewonnen. Dabei kassierten sie in diesen Partien nur 21 Gegenpunkte, die Scorpions mit 58 dann doch einige mehr. Wenn die Stuttgarter in Schwäbisch Hall also ihre Chance nutzen wollen, werden sie wohl einiges an Verteidigungsarbeit zu leisten haben.

Schwäbisch Halls Head Coach Jordan Neuman warnt auf jeden Fall seine Mannen vor jeglicher Überheblichkeit: „Wir werden gegen das beste Scorpions-Team seit 2014 spielen! Stuttgart hat in den letzten Wochen mit viel Energie und Herz gespielt. Den Scorpions gelingt wieder vieles, was ihnen in den letzten Jahren nicht gelungen war, sie werden mit viel Selbstvertrauen in dieses Spiel gehen.“ Das Selbstvertrauen schöpfen die Stuttgarter daraus, dass ihre US-Neuzugänge Tyler Cooperwood als Receiver und Marcus Bratton als Defensive Back oder Running Back Giacomo DePauli sich als absolute Top-Treffer entpuppten. Pro Spiel sind Cooperwood mit 126 Yards und DePauli mit 85 in ihren Kategorien jeweils statistisch Spitze in der Süd-Gruppe ebenso wie der gesamte Stuttgarter Angriff mit 423 Yards.

In der gesamten GFL haben mit knapp 490 Yards die Hildesheim Invaders die Nase in den Angriffs-Statistiken vorn. Auch bei ihnen stehen die Neuzugänge im Blickpunkt, die Invaders setzen auf eine Reihe von in der GFL wohlbekannten Spielern, die zuvor in anderen Clubs erfolgreich waren. Der dreimalige German-Bowl-MVP Casey Therriault liefert als Quarterback verlässlich das ab, was man sich in Hildesheim von ihm erwartet hat. Am 26. Mai kann der Ex-Braunschweiger nun erstmals wieder nach Berlin reisen, wo er seine größten Triumphe in den German Bowls feierte. Die Invaders gastieren bei den Berlin Rebels, und der bislang so überzeugende Angriff könnte ähnlich wie der der Stuttgarter in Schwäbisch Hall der größten Gegenwehr bisher gegenüber stehen. Hildesheims Head Coach Matt LeFever sagt jedenfalls: „Wir müssen die vielen kleinen Fehler abstellen. Das dürfen wir uns in Berlin nicht erlauben.“ Die Rebels-Defense baut sich um US-Linebacker Rory Johnson auf, der auch in seiner zehnten Saison in Deutschland für jeden Quarterback brandgefährlich ist und sich gerade gegen Therriault einiges vorgenommen haben dürfte. Allerdings haben die Berliner in den ersten Spielen noch nicht überzeugt, sie hoffen nun darauf, dass der Angriff um Quarterback Terrell Robinson und die Running Backs Chris Smith und Andreas Betza mehr Impulse liefern kann.

Je zwei US-Amerikaner sind in der GFL gleichzeitig auf dem Feld erlaubt, im Angriff sind dies üblicherweise der Quarterback und dazu entweder ein Receiver oder ein Running Back. Ein Team geht dieses Jahr einen anderen Weg, denn Vizemeister Frankfurt Universe hat vor dem Auswärtsspiel bei den Ingolstadt Dukes am Samstag seinen neuen Center am Frankfurter Flughafen begrüßen können: Andrew Ness, ehemaliger College-Spieler der Northern Illinois University und dort 56 Mal in Folge in der Startaufstellung, ein NCAA-Rekord. Er soll nun gemeinsam mit Universe-Quarterback Steven Cluley einen neuen GFL-Maßstab für Stabilität im Angriffszentrum setzen. Die Frankfurter profitieren wie viele der Teams von dem Trend, dass es seit Jahren verstärkt europäische Top-Spieler in die GFL zieht. Die Optionen sind daher gerade auf den Positionen der Receiver oder Running Backs immer vielfältiger geworden, was den Frankfurtern diesen neuen strategischen Ansatz ermöglicht.

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