AFVD und GFL kämpfen um Erweiterung der Coronahilfen Profisport

Mit den vom Bundestag beschlossenen „Coronahilfen Profisport“ wird das Bundesministerium des Innern ab September 2020 professionelle Sportmannschaften von Vereinen und Unternehmen unterstützen. American Football Verband Deutschland (AFVD) und German Football League (GFL) begrüßen das Programm und freuen sich, dass seitens der Politik nun auch der in der Corona-Pandemie wirtschaftlich stark getroffene Sportbereich Hilfen zur Überbrückung der Krise angeboten bekommt.

Gemeinsam mit vielen anderen Verbänden im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) teilen AFVD und GFL die Hoffnung, dass die „Coronahilfen Profisport“ nur ein erster Schritt bei der Unterstützung des Sports in seiner Rolle für das gesellschaftliche Miteinander, als wirtschaftlich bedeutender Faktor und auch als Arbeitgeber für viele sportbegeisterte Menschen sind. Der Kreis der Vereine oder Unternehmungen, die jeweils bis zu 800.000 Euro aus dem insgesamt mit 200 Millionen Euro ausgestatteten Programm erhalten können, ist eng begrenzt auf einzelne Mannschaften, die an bestimmten Ligen (1. und 2. Bundesligen oder im Fußball 3. Männerligen) ausschließlich olympischer Sportarten teilnehmen.

Diese genau und trennscharf abgesteckte Definition des Kreises der Anspruchsberechtigten ist vor dem Hintergrund der durch diese Klarheit ermöglichten zügigen Antragsbearbeitung und schnellen Auszahlung der Fördergelder verständlich. Jedoch gibt es zum einen in einigen Sportarten Drittligisten, die wirtschaftlich und gesellschaftlich größere Bedeutung als Zweitligisten anderer Sportarten haben. Auch einige Mannschaften aus der GFL oder anderen vergleichbaren Ligen nicht-olympischer Sportarten haben für ihre jeweilige Heimatregion sicherlich eine vergleichbare publikumswirksame Bedeutung oder Rolle als Arbeitgeber wie einige Zweitligisten der geförderten Sportarten. Solche Vereine werden leider nicht prozentual geringer, sondern überhaupt nicht gefördert.

Dies trifft nach den beschlossenen Regeln auch auf die Ligen selbst zu, wenn sie beispielsweise als Ausrichter ihre Endspiele oder Pokalwettbewerbe wegen der Corona-Pandemie nicht oder nur mit verringerten oder ganz ausfallenden Ticket-Einnahmen veranstalten könnten. Der nicht in diesem Jahr auszutragende German Bowl der GFL, der 2019 mehr als 20.000 Zuschauer in Frankfurt ins Stadion lockte, wäre unter den beschlossenen Bedingungen selbst dann nicht förderfähig, wenn American Football olympische Sportart wäre.

GFL und AFVD unterstützen die laufenden Bemühungen des DOSB, in Gesprächen mit dem Bundesministerium des Innern und später gegebenenfalls mit dem Deutschen Bundestag eine Verfeinerung oder Ergänzung der „Coronahilfen Profisport“ zu diskutieren. Wie vielen Drittligisten aus olympischen Sportarten wäre auch den GFL-Vereinen und anderen Erstligisten aus nicht-olympischen Sportarten mit vergleichbarem Wirtschaftsbetrieb bereits mit einem Bruchteil der maximal möglichen Fördersumme von 800.000 Euro pro Mannschaft sehr geholfen. Der Gesamtetat der Maßnahme müsste nur um wenige Prozentpunkte angehoben werden, um auf diese Art und Weise ihre Wirkung viel breiter ausfallen zu lassen.

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